Unternehmerische Rahmenbedingungen

Marktumfeld und Einflussfaktoren

In schwierigeren Märkten und forderndem Umfeld beweist die AGRAVIS Raiffeisen AG in den Jahren 2014 und 2015 erneut Standfestigkeit. Der Fokus liegt nach wie vor auf dem strukturell und stetig wachsenden Zukunftsfeld Agribusiness sowie den branchennahen Service- und Dienstleistungen für die Landwirtschaft. Stabiler Langzeittrend, der das Agrargeschäft tangiert, ist der Anstieg der Weltbevölkerung und mithin der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sowie der stetig zunehmende Bedarf an sicheren Nahrungsmitteln. Effektivität und Effizienz werden für die Landwirtschaft – bei gleichzeitiger Anforderung an hohe Qualität – zu wichtigen Kriterien der täglichen Arbeit.

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Strategische Ausrichtung

Die AGRAVIS-Gruppe begegnet den unterschiedlichen Herausforderungen mit Dynamik, Innovationskraft und einer klaren Ausrichtung ihrer Geschäftsaktivitäten. Das Unternehmen unterstreicht damit seine Position als ein großes und ergebnisstarkes Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen in Deutschland. Kerngeschäft ist und bleibt – mit mehr als 77 Prozent Umsatzanteil in 2015 beziehungsweise 75,5 Prozent in 2014 – das Agribusiness mit den Geschäftsfeldern Pflanzen, Tiere und Technik. Die Strategie der AGRAVIS ist darauf ausgerichtet, dass alle Geschäftsfelder einen dauerhaften Ergebnisbeitrag erzielen. Sie werden daher regelmäßig auf ihre Zukunfts- und Ertragsfähigkeit hin überprüft.

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Strategische Ziele

Die Mittelfrist-Kennzahlen der AGRAVIS sind folgende:

  • ein Umsatz von mehr als 8 Mrd. Euro,
  • eine Verbesserung der Nettoumsatzrendite auf 1 Prozent,
  • eine Eigenkapitalrendite von mindestens 10 Prozent (vor Ertragsteuern),
  • eine Eigenkapitalquote in Richtung 30 Prozent.

Diese Ziele sollen größtenteils bereits bis 2018 erreicht werden.

AGRAVIS NetFarming

Die AGRAVIS NetFarming GmbH, eine Tochtergesellschaft der AGRAVIS Raiffeisen AG, hat im Frühjahr 2015 ihre Arbeit aufgenommen. Dahinter steht eine Initiative der Unternehmensbereiche Technik, Agrarzentren und Pflanzenbau, die durch Bündelung ihres Know-hows wertvolle Synergien bei der Bewältigung von Herausforderungen rund um das Thema Landwirtschaft 4.0 und Big Data erzielt. Über die Online-Plattform www.netfarming.de werden dabei Precision Farming-Services zentral gebündelt und benutzerfreundlich angeboten. Zu den Services gehören derzeit sechs Module:

  • RTK-Korrekturdatendienst,
  • Aussaatplanung,
  • Grunddüngung,
  • Isaria-Sensor-Technik,
  • Liegenschaften,
  • Wetterversicherung.

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Lösungen zum Nährstoffmanagement – Biogaserzeugung aus Wirtschaftsdüngern

Die AGRAVIS Raiffeisen AG betreibt gemeinsam mit ihrem Partner ODAS GmbH & Co. KG seit Mitte 2014 eine Biogasanlage in Dorsten. Diese wird zum Großteil mit Gülle und Mist, also organischen Überresten der Tierproduktion, „gefüttert“ und zielt damit primär auf die Verwertung von Nährstoffen ab, ohne auf die Energiegewinnung zu verzichten.

Das Konzept der AGRAVIS-Biogasanlage in der End-Ausbaustufe sieht folgendes vor:

  • Input von zirka 100.000 Tonnen Biomasse pro Jahr, davon 80 Prozent Wirtschaftsdünger und 20 Prozent Energie-
  • pflanzen wie Silomais oder Energierüben,
  • Betrieb der Anlage mit einer installierten elektrischen Leistung von 3,5 Megawatt (MW el.) aus Gaseinspeisung
  • und Blockheizkraftwerken,
  • im Volllastbetrieb können stündlich 700 Normkubikmeter (Nm3/h) Biomethan eingespeist und zusätzlich m Jahres-
  • durchschnitt zirka 700 Kilowatt Strom durch die Blockheizkraftwerke produziert werden.

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Zu gut für die Tonne

Die Menge ist unvorstellbar groß: Weltweit werden laut der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) jährlich zirka 1,3 Mrd. Tonnen Lebensmittel verschwendet. Deutschland ist dabei keine Ausnahme: Hierzulande landen mehr als 18 Mio. Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Das ist fast ein Drittel des Nahrungsmittelverbrauchs in Deutschland (54,5 Mio. Tonnen). Im Schnitt wirft jeder Deutsche 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Es sind zwar meistens die Privatverbraucher, die beispielsweise zu viel gekaufte oder gekochte Ware, in Kühlschrank und Vorratskammer vergessene Lebensmittel und Speisereste entsorgen. Dazu kommen Verluste von Lebensmitteln, die bei der Produktion, in der Nacherntephase, in der Gastronomie und im Handel sowie bei Transport, Verarbeitung und Lagerung anfallen. Im krassen Gegensatz dazu steht die Zahl der unterversorgten Menschen, die sich auf rund 870 Mio. weltweit beziffern lässt.

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Verantwortung übernehmen

Die AGRAVIS Raiffeisen AG übernimmt Verantwortung und betrachtet Corporate Social Responsibility (CSR) als integralen Bestandteil einer ganzheitlichen, nachhaltigen Managementstrategie auf allen Ebenen der Geschäftstätigkeit. Nachhaltigkeit hat sich bei der AGRAVIS zur gelebten Praxis in den Unternehmensabläufen entwickelt und wird darüber hinaus im Zusammenspiel mit den Stakeholdern regional und global gefördert. Dazu werden ausgesuchte Projekte und Menschen, die in vorbildlicher Weise gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, unterstützt. Insbesondere bestärkt die AGRAVIS ihre eigenen Mitarbeiter und Kunden, sich ehrenamtlich zu engagieren und damit einen wichtigen Beitrag für das Allgemeinwohl zu leisten.

Die AGRAVIS engagiert sich in den Regionen ihrer Geschäftstätigkeit unter anderem im Sponsoring für Vereine und Verbände sowie bei Veranstaltungen. Es werden darüber hinaus auch Einzelpersonen unterstützt, die sich im sozialen, kulturellen oder sportlichen Bereich engagieren.

Die Sponsoringmaßnahmen der AGRAVIS sind vielfältig.


Sponsoringmaßnahmen der AGRAVIS



Mit dem AGRAVIS-Cup in Oldenburg, einem großen Reitsportevent mit verschiedenen Wettbewerben, investiert das Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen aktiv in die Nachwuchsförderung junger Reitsportler und in die eigene Marke. Es gibt viele Parallelen: Respekt, Leistungsbereitschaft, Fleiß, Teamfähigkeit und Wertschätzung sind Werte, die im Reitsport gelten und die auch die AGRAVIS im eigenen Unternehmen unterstützt. Darüber hinaus bietet das Reitturnier AGRAVIS-Cup eine Plattform für junge Talente. Die Förderung von Nachwuchskräften hat auch bei der AGRAVIS einen hohen Stellenwert.



Seit mehr als 20 Jahren unterstützen die AGRAVIS Raiffeisen AG und ihre Mitarbeiter das Vinzenzwerk in Münster-Handorf, eine sozial- und heilpädagogische Einrichtung für Kinder und Jugendliche. Die jährliche Spendensumme ergibt sich aus der durch den Betriebsrat initiierten Sammelaktion während des AGRAVIS-Betriebsfestes oder Weihnachtsmarktes, die vom AGRAVIS-Vorstand aufgerundet wird. Die finanzielle Unterstützung fließt in unterschiedliche Projekte des Hauses ein. Unterstützt werden beispielsweise Wohnformen wie Bereitschafts- und Pflegefamilien, aber es wird auch in Spielgeräte oder Renovierungen investiert.



Beim jährlichen Schlepper-Pulling auf der landwirtschaftlich ausgerichteten Tarmstedter Ausstellung wird ein etwa fünf Tonnen schwerer Schlepper über eine Distanz von 50 Metern um die Wette gezogen. Den schnellsten Teams winkt nicht nur eine Siegprämie, sondern alle Teilnehmer können sich parallel um den AGRAVIS-Förderpreis bewerben. Mit dem Preis können die Mannschaften ein soziales Projekt ihrer Wahl finanziell unterstützen. Dieser Preis wurde bereits fünf Mal vergeben und unterschiedliche Aktionen junger Menschen dadurch gefördert.



Die AGRAVIS Raiffeisen AG unterstützt ebenfalls den Wiederaufbau in Nepal. Zwei verheerende Erdbeben im April und Mai 2015 hatten das Land am Himalaya verwüstet. Mehr als 8.000 Menschen starben, Bewohner ganzer Landstriche wurden obdachlos. Das Agrarhandelsunternehmen spendete an den Ökumenischen Eine-Welt-Kreis St. Nikolaus Wolbeck e.V., der sich bereits seit vielen Jahren in Nepal engagiert und das Geld beispielsweise in Grundnahrungsmittel, Zelte und den Aufbau von Schulen sowie von zerstörten Biogasanlagen für nepalesische Privathaushalte investiert. Die Anregung, den Verein bei der Erdbebenhilfe in Nepal zu unterstützen, kam aus der Mitte der AGRAVIS-Mitarbeiterschaft.